Imkerei in der Südheide

Heidelandschaft mit Schäfer und Immenzaun im Hintergrund.
Aus: Walter Gröll "Auf alten Heidewegen"
Schon vor sechs Millionen Jahren gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands Bienen. Dies konnte anhand von fossilen Funden nachgewiesen werden. Während der Eiszeiten lebten Bienen nicht in unserer Region, hier in Niedersachsen haben sie sich seit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren wieder angesiedelt.

Imker, der einen Bienenschwarm einfängt.
Darstellung auf einer Fensterbierscheibe,
Bomann Museum Celle

Schon damals, in der Zeit des Übergangs von der Mittel- zur Jungsteinzeit, erbeuteten die Menschen den Honig wildlebender Bienen. Der hohe Bedarf an Wachs während der Bronzezeit (die Gußformen wurden aus Wachs modelliert) wird wohl ein Anlass gewesen sein, dass die Menschen vom Plündern wilder Bienenvölker zur planmäßigen Bienenhaltung übergegangen sind.
Im Mittelalter gab es bereits eine geregelte Waldbienenzucht. Man legte in lebenden Bäumen künstliche Höhlen als Bienenwohnungen an. Diese wurde nach der Honigentnahme wieder verschlossen. Diese Waldbienenzucht war vor allem östlich der Elbe verbreitet. In anderen Gegenden wurde die Bienenhaltung siedlungsnah betrieben. Dazu wurden aus Ruten geflochtene Körbe oder Röhren aus Holz oder Rinde als Wohnung für die Bienen hergestellt.

Das "Imkerhaus aus Eschede" am originalen Standort.
Im Garten waren die Bienenzäune aufgestellt.
Später kamen Körbe aus Strohwulsten auf, die so genannten Stülper. Der "Lüneburger Stülper" wird vermutlich seit dem 15. und 16. Jahrhundert benutzt und war bis ins 19. Jahrhundert üblich.
Viele Höfe in der Lüneburger Heide betrieben noch im 19. Jahrhundert die Schwarmbienenzucht mit einer hohen Anzahl an Völkern. Auf großen Höfen arbeitete deshalb ein Imker mit seinen Helfern.


Das "Imkerhaus aus Eschede" im Museumsdorf Hösseringen.
Auch die Bienenzäune wurden wieder aufgebaut.

Zwischen Mitte März und Mitte April - je nach Witterung - zogen die Imker mit ihren Immen zur Frühtracht in die Obstblüte in den Elb- und Wesermarschen oder in das Kalenberger oder Hildesheimer Gebiet. Zur Unterbringung der "Lagd" hatten die Bauern Immenzäune, die den Körben Schutz vor der Witterung boten. Dafür mussten sie dem Grundeigentümer ein "Stättegeld", das meist aus Honig und Wachs bestand, zahlen.

Weitere Infos folgen! Schauen Sie sich auch im Museumsdorf die Ausstellung zur Imkerei an.

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